Alle Wege führen in die Hütte

Noëlle Revaz und Michael Stauffer wollen die Feiertage mit ihrem Sohn, einem Freund und dessen Sprössling in einer Hütte im Wallis verbringen. Doch die Anreise scheint für das befreundete Vater-Sohn-Duo nicht ganz so einfach zu sein.

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Die Reise ins Wallis kann manchmal auch länger dauern. (Bild: zvg)

Wir waren über die Feiertage in der Hütte, au chalet, im Wallis. Weil nach vier Monaten Hochnebel der Vitamin-D Mangel akut wurde und parce qu’une partie de la famille voulait skier. Ein Bekannter hat schon länger mal gefragt, ob er uns besuchen könne, ein, zwei, drei Tage, les enfants pourraient faire du ski ensemble etc.

Fahrpläne wurden getauscht, Abkömmlichkeiten mitgeteilt. Nous arrivons au chalet le jour de Noël. Nos deux invités doivent se joindre à nous le lendemain à 13h30. Das war, was verabredet war.

Um 02.03 Uhr erreicht uns die Nachricht: «Bonsoir, es wurde hier spät und wir müssen schlafen. Die neue Ankunftszeit ist 16.45 Uhr.» Wir antworten: «Pas de problème.»

Am nächsten Tag, 50 Minuten bevor der Zug abgefahren wäre: «Hat es im Chalet eine Kinderskihose? Mon fils a perdu le sien.» Wir schicken einen gut gemeinten Tip: «Einmal normale Hose, darunter lange Unterhose, und oder Legins, darüber eine dünne Regenhose. Ça va très bien für einmal oder zweimal Skifahren.» Et nous partons skier. Alors que nous prenons le télésiège, die nächste Meldung: «Skihose gefunden. Zug ist nun aber weg. Ich rufe nachher wegen neuer Planung an.»

Nous passons une très belle journée, la neige est très bonne. Sur le télésiège les discussions portent sur le bon souper que nous allons cuisiner pour nos invités.

Wieder eine Meldung: «Nouvelle heure d’arrivée 19.50 Uhr». Wir schreiben, nun schon etwas déçus, mais verständnisvoll: «Kommt doch sonst ein anderes mal, wenn ihr mehr Zeit habt und weniger Stress. Aber naturellement holen wir euch auch um 19.50 Uhr an der Bushaltestelle ab.»

Sofort folgt die resolute Ankündigung, unser Freund komme auf jeden Fall, das stehe gar nicht zur Diskussion. Trop impatient de les voir, notre fils commence à ronger le canapé. Vor lauter Warten, fängt unser Sohn an, am Sofa zu nagen.

Wir organisieren uns neu, so dass wir mit einem guten Nachtessen ab 19.50 Uhr die Gäste empfangen könnten. Hélas les nouvelles sont mauvaises: «Hallo es sieht nun so aus. Wir haben den Zug leider nicht erreicht, wir könnten heute noch später kommen, dann müsstet ihr uns aber im Tal abholen.»

«Non, c’est trop loin. Alors demain». Es folgt sogleich die nächste Super-Idee unseres Gastes. Er würde gerne etwas crazy sein und den frühestens Zug nehmen und direkt ins Skigebiet fahren. En habits de ski. Il nous tient au courant dès qu'il est dans le train.

Das würde bedeuten, dass die Gäste um 5.00 Uhr aufstehen müssten. Wir schicken alle nötigen Infos, inklusive Nummer des Skivermieters und den Fahrplan des Shuttelbusses. Und sorry, wir müssen lachen.

Nous allons nous coucher. Juste avant de s'endormir : «Hallo, hoffentlich ist das die letzte Planänderung. Mein Sohn ist immer noch wach et il veut absolument se lever demain à 5h. Das habe ich nun aber verboten, parce que je trouve ça dangereux, unausgeschlafen direkt auf die Piste. Nous prendrons un train, der um 8.20 Uhr losfährt. Und wir könnten dann später auf der Piste zu euch stossen.»

Um 8.20 Uhr kommt die Bestätigung, dass unser Gast inklusive Sohn im Zug sei. Hourra! Endlich! Nous sommes soulagés und wir machen mit unserem Sohn einen kleinen Freudetanz. Unsere Gäste möchten nun aber nicht mehr Skifahren. Ils viennent directement au chalet. Wir bestätigen, dass um 11.30 Uhr jemand da sein wird et le chalet sera bien chauffé.

Es folgt bald eine Sprachnachricht, au sujet d’une autre complication. Reisekomplikation, haha.

Unser Freund hat es nicht geschafft, alles Gepäck vom einen Zug in den anderen zu tragen. Notre ami n’a pas réussi à transporter tous les bagages d’un train à l’autre. Er habe seinen Sohn mit einem Teil des Gepäckes in den Zug gesetzt und wollte das restliche Gepäck holen, da sei der Zug mit dem Sohn und einem Teil des Gepäckes losgefahren, während unser Gast noch auf dem Perron stand. Il a installé son fils dans le train avec une partie des bagages et voulait encore aller chercher le reste. Et voilà que le train est reparti, avec le fils et une partie des valises, pendant que notre invité se tenait encore sur le quai.

Als unser Gast und sein Sohn und das Gepäck wieder vereint sind, haben sie 60 Minuten Zeit, um in den richtigen Bus zu steigen. Mais évidemment, notre invité décide, six minutes avant le départ, d’aller encore acheter des médicaments.

«Jetzt haben wir nochmal den Bus verpasst, obwohl ich dem Sohn gesagt habe…» Quant à nous, nous ne lisons même plus les messages jusqu’au bout : l’expérience nous a appris à les faire défiler juste pour chercher la nouvelle heure d’arrivée: «…unser Bus kommt um 15.33 Uhr an, könnt ihr uns dann an der Haltestelle abholen?»

Lachend schreiben wir zurück: «Pas de problème, et voici encore l’horaire de départ du dernier bus, der fährt um 18.10 Uhr und falls ihr direkt zurück nach Hause wollt, hättet ihr noch Züge bis ca. 21.00 Uhr. Si vous voulez rentrer directement à la maison, il y a encore des trains jusqu’à environ 21 h. Et si vous passez la nuit à l’arrêt de bus, il y a un bus demain matin à 8h.»

Incroyable mais vrai, kamen unsere Gäste dann doch noch irgendwann an. Wir freuen uns alle auf das Wiedersehen und trinken einen Apéro.

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Zuweilen können die Vorstellungen von ein paar Tagen im Schnee auseinandergehen... (Bild: AI)

Am nächsten Morgen wollen wir alle zusammen Skifahren gehen. Mais notre ami n’a pas le temps de s’amuser. Il doit poster une vidéo von seiner unendlichen Reise sur Instagram.

Il disparaît avec des coussins et des couvertures um zu versuchen, auf der Wiese unterhalb des Dorfes einen besseren Netzempfang zu bekommen. Der Empfang im Chalet ist zu schlecht.

Wir sehen am nächsten Tag bei unserer Abreise nur einen Haufen coussins et couvertures im Schnee. Beruhigt verfolgen wir später auf Instagram, dass unser Freund und sein Sohn auf der Rückreise den falschen Zug genommen haben und jetzt in Milano versuchen Skiurlaub zu machen.

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